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Schlupflider (Oberlid-Dermatochalasis)

Ursachen

Bei Schlupflidern (Oberlid-Dermatochalasis) handelt es sich um einen Haut- und Fettüberschuss an den Oberlidern. Diese Veränderung gehört zum natürlichen Alterungsprozess der Haut. Die Haut des Oberlides ist sehr dünn und verliert im Laufe der Jahre ihre Elastizität.

In seltenen Fällen kann diese Veränderung bereits bei Kindern und familiär gehäuft auftreten. Dann spricht man von einer “Blepharochalasis”. Sie wird bei Beschwerden genauso behandelt wie Schlupflider bei Erwachsenen.


Ästhetische Gründe für die Operation

Eine erschlaffte Haut der Oberlider als Teil des natürlichen Alterungsprozesses führt zu einer unschönen Veränderung der Augenpartie und beeinträchtigt eine jugendliche Erscheinung.

Nach einer Lidplastik sind die Wimpern wieder deutlich sichtbar, der Blick wird offener und weniger mürrisch und die Augen wirken strahlender und grösser.


Die Oberlider von Mann und Frau sind unterschiedlich

Die Oberlider von Mann und Frau sind von Natur aus unterschiedlich. Diese Unterschiede können vom erfahrenen Auge leicht erkannt werden und wir beachten diese bei der Durchführung der Operation. Die untenstehende Abbildung zeigt das Oberlid einer 30-jährigen Frau sowie eines 30-jährigen Mannes.

Das wichtigste Merkmal bei beiden Geschlechtern ist die Lidfurche, welche durch die gleichmässige Einstrahlung der Fasern der Levatoraponeurose in den Tarsus gebildet wird. Sie liegt bei der Frau in der Regel in einer Höhe von 8-10 mm über der Oberlidkante. Beim Mann hingegen ist die Lidfurche mit 6-8 mm deutlich tiefer angesetzt.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist das Ausmass des Hautüberschusses. Die Abbildung zeigt, dass beim Mann bereits in jungen Jahren ein deutlicher Hautüberschuss besteht. Hierbei handelt es sich nicht um eine Dermatochalasis. Vielmehr gehört ein gewisser Hautüberschuss beim männlichen Oberlid zum natürlichen Ausdruck des männlichen Gesichtes und wir sind darauf bedacht, diesen auch zu erhalten. Daher entfernen wir beim männlichen Patienten immer zurückhaltender den Hautüberschuss als bei der Frau.


Die Erhaltung des Selbstbildes

Die Form der Oberlider zeigt eine grosse Vielfalt von Variationen, welche bei der Operation berücksichtigt werden sollten. Hierzu gehört die Wiederherstellung des Selbstbildes, welches bei den meisten Menschen im frühen Erwachsenenalter festgelegt wird.

Die Die folgende Abbildung zeigt einen Patienten im Alter von 52 und 18 Jahren. Auffällig ist, dass bei diesem Mann bereits im Teenageralter ein deutlicher Hautüberschuss bestand. In diesem Fall sollte nur so wenig Haut- und Fettüberschuss entfernt werden, wie notwendig ist, um das Selbstbild wiederherzustellen.

Das Selbstbild: relativer Hautüberschuss bereits im Teenageralter vorhanden

 

Andere Patienten zeigen in jungen Jahren gar keinen Überschuss und dementsprechend sollte bei solchen Patienten auch mehr Gewebe entfernt werden.

Fazit ist: was für einen Patienten eine „normale“ Entfernung darstellt, kann für einen anderen Patienten bereits zu viel sein. Auf den folgenden Seiten können Sie anhand von “Vorher - Nachher”-Bildern erkennen, dass wir individuell unterschiedlich vorgehen: bei manchen Patienten
entfernen wir nur wenig èberschuss, bei anderen mehr. Ganz, wie es dem Selbstbild der Patienten aus früheren Jahren entspricht.

Die Berücksichtigung dieser elementaren Unterschiede ist für uns selbstverständlich und aus diesem Grunde bitten wir Sie auch, zur ersten Besprechung immer ältere Portraitaufnahmen mitzubringen.


Die Oberlid-Blepharoplastik (Lidstraffung)

Vor dem eigentlichen Eingriff entscheiden wir über die Schnittführung, die zu einem optimalen Ergebnis führt.

Mit einem Stift zeichnen wir dazu eine exakte Skizze auf die Haut. Die überschüssige Haut sowie ein feiner Muskelstreifen werden in viel Feinarbeit mit dem Skalpell entfernt. Sollte auch ein Überschuss an Fettgewebe vorliegen, so wird dieser nun entfernt. Zuletzt wird die Haut
mit einer feinen fortlaufenden Naht verschlossen.

Auf den Einsatz von Lasern verzichten wir seit einigen Jahren. Die sogenannten CO2-Laser haben sich in unserem Fachgebiet nicht durchgesetzt, weil sie Wündränder hinterlassen, welche durch die entstehende Hitze (nicht sichtbar) angesengt werden. Versengte Wundränder
heilen wesentlich schlechter zu als “feuchte” Ränder, wie sie beim Schnitt mit dem Skalpell entstehen. In unseren Augen werden solche Laser in der plastischenh Lidchirurgie eher aus Marketinggründen eingesetzt.

Auf die sogenannte Intrakutannaht wird dabei bewusst verzichtet: diese bringt zwar an anderen Hautarealen viele Vorteile, ist jedoch am Oberlid ohne jeglichen Vorteil für die Güte der Narbenbildung und ist zudem mechanisch weniger belastbar. Genäht wird mit fortlaufenden, extrem dünnen Fäden. Der Eingriff dauert ca. 60 Minuten.

Die Oberlid-Blepharoplastik kann auch mit einer Entfernung der Tränensäcke (Unterlid-Blepharoplastik) kombiniert werden.


„Trockenes" Auge

Viele Menschen leiden heutzutage an brennenden und trockenen Augen. Liegt dies auch bei Patienten mit Schlupflidern vor, so werden wir zunächst die Schwere des trockenen Auges ermitteln.

Der Überschuss an Haut wirkt nämlich wie ein „Dach" über dem Auge und hilft dabei, die Feuchtigkeit in den Augen zu halten (Schutz vor Verdunstung). Ferner ist es ja Ziel der Operation, eine grössere Lidspalte zu ermöglichen. Beim akuten “trockenen Auge” bedeutet dies allerdings, dass der Tränenfilm eine noch grössere Augenoberfläche befeuchten muss. Falls Sie also an einer schweren Form des „trockenen Auges" leiden sollten, werden wir vor der Operation zuerst dieses therapieren.


Risiken und Komplikationen

Infektionen des Wundgebietes können zwar vorkommen, sind nach dieser Art von Lidoperation aber äusserst selten und werden antibiotisch behandelt.

Die “perfekte” Symmetrie: Es kann mitunter vorkommen, dass nach der Operation der Oberlider zwar für das einzelne Auge ein gutes Resultat erreicht wird, jedoch eine geringe Asymmetrie zwischen der Lidöffnung beider Augen herrscht.

Die perfekte Symmetrie kann nicht immer erreicht werden, ist aber auch nicht unser angestrebtes Ideal, denn sie könnte unnatürlich wirken. Auch beim jungen, straffen Auge existiert die perfekte Symmetrie der Oberlider nur in Ausnahmefällen. Ein gewisser, geringer Seitenunterschied nach der Operation ist natürlich und sollte toleriert werden.