Erkrankungen der Augenlider

1. Entropium (nach innen gedrehtes Unterlid)

Bei einem Entropium handelt es sich um einen nach innen gedrehtes Unterlid. Ein nur wenig ausgeprägtes Entropium verursacht vorerst nur geringe Beschwerden. Diese Erkrankung sollte dennoch aus medizinischer Sicht aus folgenden Gründen behandelt werden:

  1. Auch ein geringes Entropium kann nicht spontan bessern und wird mit der Zeit immer stärker und damit auch durch eine Operation schwerer korrigierbar.
  2. Das Auge ist permanent gereizt, weil die nach innen gekehrten Wimpern des Unterlides in Kontakt mit der Hornhaut kommen und diese zerkratzen und schädigen.
  3. Typische Symptome sind Schmerzen, rotes und tränendes Auge sowie Lichtscheu.
  4. Bei einem lange bestehenden Entropium können daher auch Infektionen der Hornhaut begünstigt werden, die zu schwerwiegenden Veränderungen führen können, im Extremfall zu einem Hornhautgeschwür und völligem Sehverlust oder Verlust des Auges.

Ursachen

Am häufigsten tritt das Entropium als Alterserscheinung auf, wenn das Gewebe der Lider sowohl horizontal wie auch vertikal erschlafft.
In seltenen Fällen kann ein Entropium auch durch eine Vernarbung von Gewebe an der Innenseite des Unterlides entstehen.


Die Entropium-Operation

Beruht das Entropium auf einer Altersveränderung, dann kann es durch eine horizontale und vertikale Straffung des Unterlides (medizinische Lidstraffung) korrigiert werden.

Die horizontale Erschlaffung wird korrigiert, indem das Unterlid am äusseren Rand gestrafft wird. Vor dem eigentlichen Eingriff entscheiden wir über die Schnittführung, die zu einem optimalen Ergebnis führt. Mit einem Stift zeichnen wir dazu eine exakte Skizze auf die Haut. Zuerst wird ein Hautschnitt gelegt. Dann wird der unter der Haut liegende Muskel freipräpariert und durchtrennt. Das gesamte Unterlid wird nun am äusseren Lidwinkel abgetrennt und nach Entfernen eines Blockes neu fixiert. Zur Korrektur der vertikalen Erschlaffung wird ein Schnitt unter dem Unterlid durchgeführt und der Muskel, der das Unterlid nach aussen dreht, mit Nähten gestärkt. Zuletzt wird der Schnitt unter dem Unterlid vernäht. Die
Operationsdauer beträgt circa 45 Minuten. Die Erfolgsrate liegt bei diesem Eingriff bei ca. 90%.


Risiken und Komplikationen

Infektionen des Wundgebietes können zwar vorkommen, sind nach dieser Art von Lidoperation aber äusserst selten und werden antibiotisch behandelt.

Bei 2 von 100 Patienten entsteht eine Überkorrektur. Diese lässt meistens innerhalb von 6 Wochen von alleine nach. Ist dies nicht der Fall, so kann eine zweite Operation nötig werden.

Das am häufigsten vorkommende Problem nach dieser Operation ist, dass zwar eine deutliche Verbesserung erzielt, jedoch keine völlige Normalisierung der Lidstellung erreicht werden kann. Ein perfektes Resultat zu erzielen,
ist also nicht immer möglich; vor allem dann nicht, wenn das Entropium schon seit längerer Zeit besteht.


2. Ektropium (nach aussen gedrehtes Unterlid)

Bei einem Ektropium handelt es sich um einen nach aussen gekehrten Rand des Unterlides.
Diese Erkrankung sollte aus medizinischer Sicht aus folgenden Gründen behandelt werden:

  1. Das Auge ist permanent gereizt, weil die Lider nicht mehr richtig schliessen können und die Oberfläche des Auges dadurch austrocknet.
  2. Häufig kommt es auch zu einem tränenden Auge. Dies entsteht dadurch, dass die Tränen durch das untere Tränenpünktchen infolge der Fehlstellung des Unterlides nicht abfliessen können.
  3. Bei einem lange bestehenden Ektropium können daher auch Infektionen der Hornhaut begünstigt werden, die zu schwerwiegenden Veränderungen führen können, im Extremfall zu einem Hornhautgeschwür und völligem Sehverlust oder Verlust des Auges.
  4. Die Innenseite des Unterlides ist ständig sichtbar und trocknet aus.

Ursachen

Am häufigsten tritt das Ektropium als Alterserscheinung auf, wenn das Gewebe der Lider vorwiegend in der Horizontalen erschlafft.

Weiterhin kann ein Ektropium in selteneren Fällen auch durch Hauterkrankungen, Infektionen oder eine Vernarbung der Haut des Unterlides entstehen.


Art der Operation

Ist das Ektropium durch eine horizontale Erschlaffung des Lidgewebes bedingt, dann kann eine operative Straffung des Lides helfen.
Vor dem eigentlichen Eingriff entscheiden wir über die Schnittführung, die zu einem optimalen Ergebnis führt. Mit einem Stift zeichnen wir dazu eine exakte Skizze auf die Haut. Zuerst wird ein Hautschnitt gelegt. Dann wird der unter der Haut liegende Muskel freipräpariert und
durchtrennt.

Das gesamte Unterlid wird nun am äusseren Lidwinkel abgetrennt und nach Entfernen eines Blockes und Präparation neu fixiert. Zuletzt wird der Schnitt unter dem Unterlid vernäht. Die Operationsdauer beträgt circa 45 Minuten.

Sonderfall: Ist das Ektropium durch eine Verkürzung von Unterlid-Haut verursacht (Narbe, Hauterkrankung), dann ist eine Hauttransplantation nötig, um den Zug, den die Haut am Unterlid ausübt, zu mindern. Die Haut wird dabei entweder aus dem Oberlid der gleichen Seite oder der
gegenüberliegenden Seite entnommen oder es wird Haut verwendet, die hinter dem Ohr entnommen wird.



Risiken und Komplikationen

Infektionen des Wundgebietes können zwar vorkommen, sind nach dieser Art von Lidoperation aber äusserst selten und werden antibiotisch behandelt.

Das am häufigsten vorkommende Problem nach der Ektropium-Operation ist, dass zwar eine Verbesserung erzielt werden kann, jedoch in 10% der Fälle keine Normalisierung der Lidstellung erreicht werden kann.

Ein perfektes Resultat zu erzielen, ist also nicht immer möglich; vor allem dann nicht, wenn das Ektropium schon seit längerer Zeit besteht.

 


 

3. Triefaugen (Horizontale Unterliderschlaffung)

Ursachen

Triefaugen treten auf, wenn die Unterlider im Laufe des Altersprozesses ihre horizontale Spannung verlieren. Sie „leiern“ langsam aus und sacken nach unten ab. Typischerweise tritt diese Veränderung im höheren Alter auf. Sie kann aber bei entsprechend veranlagten Menschen mit einem eher schwachen Bindegewebsapparat bereits früh auftreten.

Bei älteren Menschen können Triefaugen auch nach einer unsachgemäss durchgeführten Tränensackoperation auftreten, nämlich dann, wenn nur der Hautüberschuss unter dem Unterlid entfernt und nicht gleichzeitig auch das Unterlid selber gestrafft wird. In diesem Fall wird das gesamte Unterlid nach unten gezogen.


Medizinische Gründe für die Operation

Eine Korrektur der Triefaugen ist aus medizinischer Sicht notwendig, wenn das Unterlid so weit nach unten steht, dass der Tränenfilm nicht mehr korrekt auf dem Auge verteilt wird.

Diese Erkrankung sollte aus medizinischer Sicht aus folgenden Gründen behandelt werden:

  1. Das Auge ist häufig permanent gereizt, weil die Lider nicht mehr richtig schliessen können und die Oberfläche des Auges dadurch austrocknet.
  2. Häufig kommt es auch zu einem tränenden Auge. Dies entsteht dadurch, dass die Tränen durch das untere Tränenpünktchen infolge der Fehlstellung des Unterlides nicht abfliessen können.
  3. Bei einem lange bestehenden Triefauge können daher auch Infektionen der Hornhaut begünstigt werden, die zu schwerwiegenden Veränderungen und im Extremfall zu einem Hornhautgeschwür und völligem Sehverlust oder Verlust des Auges führen können.
  4. Über kurz oder lang entsteht aus einem Triefauge ein Entropium oder Ektropium.


Die horizontale Unterlidverkürzung

Die Operation entspricht der Operation beim Ektropium.


Risiken und Komplikationen

Infektionen des Wundgebietes können zwar vorkommen, sind nach dieser Art von Lidoperation aber äusserst selten und werden antibiotisch behandelt.
Das am häufigsten vorkommende Problem nach der Operation der Triefaugen ist, dass zwar eine Verbesserung erzielt, jedoch in 10% der Fälle keine Normalisierung der Lidstellung erreicht werden kann.

Ein perfektes Resultat zu erzielen, ist also nicht immer möglich; vor allem dann nicht, wenn das Triefauge schon seit längerer Zeit besteht.