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Auf den vorangegangenen Seiten haben wir Ihnen die moderne Laserchirurgie der Fehlsichtigkeit ausführlich dargelegt. Grenzen der LASIK Die Laserchirurgie erreicht bei hohen Fehlsichtigkeiten eine natürliche Grenze, die nicht überschritten werden sollte. Bei Kurzsichtigkeit beginnt diese bei ca. -8 bis -10 Dioptrien, bei Weitsichtigkeit bei +3 bis +4 Dioptrien. Woher kommt diese Grenze? Für jede Dioptrie, die wir mit dem Laser korrigieren, wird ein bestimmter Betrag Hornhautgewebe abgetragen. Natürlich umso mehr, je stärker fehlsichtig sie sind. Die Hornhaut wird durch die LASIK/LASEK oder PRK also dünner. Dies an sich stellt kein Problem dar, solange eine Mindestdicke von 250 µm Hornhaut nicht unterschritten wird. Wieviel Dioptrien also bei einem Menschen korrigiert werden können, hängt vor allem davon ab, wie dick die Hornhaut ist. Die Hornhautdicke ist individuell verschieden und schwankt zwischen 460 und 600 µm. Bei einem Patienten mit dicker Hornhaut können also gefahrlos mehr Dioptrien korrigiert werden als bei einem Patienten mit dünner Hornhaut. Für betroffene Patienten bedeutet dies: die Laserchirurgie kann zwar durchgeführt werden, jedoch ist aus Sicherheitsgründen eine Korrektur bis auf null Dioptrien nicht immer möglich. Hier kommt die refraktive Linsenchirurgie zum Zug.
Refraktive Linsenchirurgie Die Laserchirurgie verändert einen Teil der Optik (die Hornhaut), um die Normalsichtigkeit herzustellen. Die Optik des Auges kann jedoch auch an anderen Stellen (z.B. im Augeninnern an der Linse) so beeinflusst werden, dass eine Normalsichtigkeit entsteht. Dies entspricht der refraktiven Linsenchirurgie. Sie unterteilt sich in 2 Bereiche: der Entfernung der natürlichen Linse und deren Ersatz durch eine Kunstlinse (“Clear lens exchange”, vorgezogene “Grauer Star”-Operation”) oder der Einführung einer zusätzlichen Linse in das Auge (phake Linse).
“Clear lens exchange” Der “clear lens exchange” entspricht einer vorgezogenen Kataraktoperation. Dabei wird die natürliche Linse im Augeninnern mittels eines 2,8 mm grossen Schnittes entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Die Stärke der Kunstlinse kann dabei so gewählt werden, dass später eine Normalsichtigkeit resultiert. Der grosse Vorteil dieser Operation ist, dass sie mit der Kataraktoperation (“Grauer Star”) identisch ist. Diese wird seit Jahrzehnten und jedes Jahr weltweit millionenfach durchgeführt. Dementsprechend gross ist die Erfahrung bei dieser Operation. Der einzige Nachteil ist, dass die Patienten durch die Operation alterssichtig werden, das heisst, sie verlieren die Fähigkeit, in der Nähe scharf zu stellen. Diese Fähigkeit verliert jedoch der normalsichtige Mensch auch von Natur aus ca. ab dem 42. Lebensjahr. Der “clear lens exchange” ist also vor allem bei stark Kurzsichtigen ab dem 42. Lebensjahr sinnvoll. Weitere Informationen zur Operation finden Sie im Menüpunkt Katarakt.
Phake Linsen Bei der phake Linse wird eine Zerstreungs- oder Sammellinse in der Nähe der Pupille im Auge befestigt. Alle diese Linsen werden heute aus Gel-Materialien gefertigt um gefaltet ins Auge gebracht werden zu können. Dies ist notwendig um mit einem kleinen Schnitt (< 3 mm) auszukommen, der schnell wieder zuwächst. Die Artiflex-Linse wird auf der Iris festgeklemmt, während die Cachet-Linse sich im Kammerwinkel abgestützt. Von beiden Linsen liegen Kontrolldaten von mehr als fünf Jahren vor mit minimaler Komplikations- und sehr hoher Erfolgsrate. Deswegen ist man an manchen Stellen der Welt dazu übergegangen die phaken Linsen sogar als Alternative bei niedrigen Fehlsichtigkeiten zu betrachten. Das Risikoprofil ist ähnlich dem der Kataraktoperation mit einer Komplikationsrate von sicher unter 1%. Die phake Linse kann im Bedarfsfall auch wieder explantiert werden.
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