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Das Kunstauge Die moderne Augenheilkunde hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Wenn es um die Umsetzung technologischer Neuerungen geht, so steht unsere Spezialität regelmässig an der Spitze der Medizin. Dennoch sind uns, trotz allen Fortschrittes, Grenzen gesetzt. So ist es in manchen Fällen leider notwendig, ein Auge zu entfernen und durch ein Kunstauge zu ersetzen. Dies kann der Fall sein:
Der "Spiegel der Seele" Viele Menschen sehen im Auge nicht einfach ein Organ wie jedes andere. Vielmehr werden mit dem Auge starke Emotionen verbunden, wie es zahlreiche Sprichworte in den verschiedensten Kulturen belegen. Als Beispiel sei hier nur das bekannte “Das Auge ist der Spiegel der Seele” genannt. Umso mehr ängstigt uns die Vorstellung, unser Auge zu verlieren. Selbst Menschen, die seit Jahrzehnten auf einem Auge blind sind und dadurch zum Teil heftige Schmerzen erleben, sind lange Zeit eher bereit, die Schmerzen zu ertragen, als das blinde Auge entfernen zu lassen. Dieses Verhalten ist zum Teil auch im Unwissen darüber begründet, wie die Entfernung des Auges vor sich geht und welche zum Teil hervorragenden kosmetischen Resultate mit modernen chirurgischen Methoden erreicht werden können. Als Beispiel hierfür betrachten Sie bitte das untenstehende Foto. Können Sie auf Anhieb feststellen, welches das künstliche Auge ist?
Die psychologische Betreuung Wenn Sie unsere Aufklärungsbroschüre in den Händen halten, so tragen Sie sich wahrscheinlich ernsthaft mit dem Gedanken an ein Kunstauge. Bestimmt werden Sie Unterstützung und Rat in Ihrer Familie und Ihrem Freundeskreis suchen. Jedoch ist eine solche Situation ist auch für Ihre Famile und Ihre Freunde neu und kann Sie überfordern. Am besten ist hier das Gespräch mit einer geschulten Fachperson. Wir arbeiten mit erfahrenen Ärzten als Therapeuten zusammen, die sich sehr gut in Ihre Situation einfühlen können, weil sie ihr nicht zum erstenmal begegnen. Sprechen Sie mit uns, wir können Ihnen einen Termin bei einem dafür geschulten Arzt vermitteln.
Die Enukleation Der Ablauf der Operation Die Operation erfolgt in der Regel in Vollnarkose und dauert eineinhalb bis zwei Stunden. In einem ersten Schritt werden Bindehaut und die darunterliegende Tenon-Schicht vom Augapfel gelöst. Danach werden auch die Augenmuskeln vom Augapfel abgelöst. Nun erfolgt die Entfernung des kranken Augapfels. Um das Volumen zu ersetzen, das durch die Entfernung des Augapfels in der Augenhöhle fehlt, wird ein Implantat eingesetzt. Dieses hat Kugelform, einen Durchmesser von 16 bis 20 mm und besteht aus einem Material, das vom Körper problemlos vertragen wird (Acryl oder Hydroxyapatit). Um eine theoretisch mögliche Abstossung weiter zu minimieren, hüllen wir das Implantat mit Lederhaut (Sklera) ein, die von einem Spender stammt. Wie bei jeder Transplantation von Gewebe, so wird auch die Spender-Lederhaut zuvor genauestens auf Keime oder eventuell übertragbare Krankheiten untersucht.
Das Implantat
Das Implantat wird nun in die “Tasche” eingesetzt, die aus der erhaltenen Tenon-Schicht und Bindehaut besteht. Die “Tasche” wird auch vorne zugenäht, so dass das Implantat später immer “unsichtbar” ist. Zuletzt werden die äusseren Augenmuskeln am Implantat angenäht. Dies ermöglicht später eine gewisse Beweglichkeit des Kunstauges. Das eigentliche “Kunstauge” ist eine flache Prothesenschale, welche auf dem mit Bindehaut gedeckten Transplantat sitzt. Am Ende der Operation setzen wir eine provisorische Prothese ein. Dies hat den wichtigen Vorteil, dass Sie bereits unmittelbar nach der Operation ein kosmetisch ansprechendes Resultat sehen. Diese provisorische Prothese wird zu einem späteren Zeitpunkt durch eine definitive Prothese ersetzt.
Das “Kunstauge” Die meisten Menschen glauben, dass ein “Kunstauge” eine “Murmel aus Glas” ist, auf dessen Vorderseite ein Auge gezeichnet ist. Dem ist nicht so. Vielmehr besteht ein “Kunstauge” aus dem unsichtbaren, in der Tiefe der Augenhöhle gelegenen Implantat sowie einer dünnen Schale, der eigentlichen Prothese, die auf dem mit Bindehaut bedeckten Implantat sitzt.
Diese
Prothese wird von einem Spezialisten, dem sogenannten
Okularisten, in Handarbeit so gefertigt, dass es Ihrem
natürlichen Auge täuschend ähnlich ist.
Sie besteht entweder aus Glas oder aus Kunststoff. Eine
solche Prothese kann Tag und Nacht getragen werden. Sie
sollte jedoch alle 1-2 Wochen herausgenommen und mit Wasser
gereinigt werden. Dies können Sie nach der Instruktion
durch den Okularisten problemlos selber vornehmen. Die Eviszeration Bei einer Eviszeration wird nicht der gesamte Augapfel entfernt, sondern nur die Hornhaut sowie das Augeninnere. Der eigentliche (nun leere) Augapfel bleibt erhalten und ein Implantat wird in ihn eingesetzt. Der grösste Vorteil der Eviszeration gegenüber der Enukleation ist eine grössere Beweglichkeit des späteren Kunstauges. Eine Eviszeration ist jedoch nicht immer möglich und wir werden mit Ihnen genau besprechen, welche Operationsart bei Ihnen durchgeführt werden sollte. Warum wird ein Implantat eingesetzt? Nach der Entfernung des des Augapfels befindet sich nur wenig Gewebsvolumen in der Augenhöhle. Wird dieses Volumen nicht durch ein Implantat wieder aufgefüllt, so treten mit der Zeit anatomische Veränderungen der Augenhöhle und der Augenlider auf, das sogenannte PESS (post enucleation socket syndrome). Dieses verschlechtert den kosmetischen Aspekt zum Teil erheblich. Ist eine Enukleation bei einem Kind notwendig, so ist die Wahl eines möglichst grossen Implantates sogar noch wichtiger: ohne das Volumen des Implantates würde die knöcherne Augenhöhle keine Impulse erhalten, um weiter zu wachsen, wohingegen die andere, gesunde Seite beständig weiter wächst. Risiken und Komplikationen Infektionen des Wundgebietes können zwar vorkommen, sind aber selten und werden antibiotisch behandelt. Das am häufigsten vorkommende Problem nach der Enukleation/Eviszeration ist, dass trotz vorheriger genauer Besprechung unrealistische Erwartungen in das Endresultat gesetzt werden. Wir können den kosmetischen Aspekt deutlich verbessern. Dennoch wird das Endresultat nicht den Grad an Perfektion erreichen, den Ihr natürliches Auge vorher innehatte. Eine seltene Komplikation ist die Protrusion des Implantates: hierbei arbeitet sich das Implantat nach vorne und kann die Bindehauttasche langsam durchstossen. Sollte dies vorkommen, so müssen wir die Bindehauttasche nochmal eröffnen, um ein Implantat mit geringerem Durchmesser einzusetzen.
Nach der Operation Die ersten 72 Stunden
Die ersten 2 Wochen
Häufig gestellte Fragen Ist eine Operation an der IROC teurer als in einem öffentlichen Spital? Nein. Trotz des hohen Qualitätsstandards sind die Preise der IROC dieselben wie an einem öffentlichen Spital. So wird die gesamte Operation von der Krankenkasse übernommen. Diese Leistungen sind schweizweit einheitlich geregelt. Was muss bei der Voruntersuchung beachtet werden? Blutverdünnende
Mittel (Aspirin, Aspirin cardio, Tiatral, Marcoumar,
Sintrom) 14 Tage vor der Operation stoppen. Setzen Sie
diese Medikamente jedoch auf keinen Fall selber ab,
sondern besprechen Sie dies vorher unbedingt mit Ihrem
Hausarzt. Teilen Sie uns mit, ob Sie unter Allergien
leiden.
Wie bereite ich mich auf die Operation vor? Die letzten 14 Tage vor der Operation kein Aspirin oder Tiatral als Schmerzmittel gebrauchen. Andere Schmerzmittel sind erlaubt. Sie sollten ungeschminkt und ausgeruht sein und eine dunkle Sonnenbrille mitbringen. Schränken Sie das Rauchen ein. Es führt zu vermehrter Blutung bei der Operation, grösseren Blutergüssen und schlechterer Wundheilung. Werde ich in Lokalanästhesie oder Vollnarkose operiert? In der Regel und wenn Ihr Gesundheitszustand es zulässt, werden wir die Operation in Vollnarkose durchführen. Da eine Vollnarkose ein theoretisch grösseres Risiko darstellt als eine örtliche Betäubung, ist unter Umständen bei bestimmten Patienten (Herz- und Gefässerkrankungen) von der Vollnarkose abzuraten. Dies geschieht jedoch sehr selten. Ambulanter Eingriff oder Spitalaufenthalt? Es ist ratsam, den Eingriff mit einer kurzen Hospitalisation zu verbinden, um eine Versorgung durch Fachpersonal zu gewährleisten. In de Regel genügt ein kurzer stationärer Spitalaufenthalt (1 Nacht).
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