Operationsmethoden

 

Die lazy T-Operation

Ist das Tränenpünktchen stark nach aussen gedreht, so ist die lazy T-Operation der Eingriff der Wahl.

Hierbei wird das Tränenpünktchen nach innen gedreht, indem an der Innenseite des Unterlides ein kleines rechteckförmiges Stück Bindehaut entfernt wird. Anschliessend werden die Muskeln des Unterlides im Bereich des Tränenpünktchens von innen her derart vernäht, dass das Tränenpünktchen sich wieder nach innen dreht.

Sichtbare Narben entstehen bei dieser Operation nicht. Näheres zu Voruntersuchung und Vorbereitung auf die Operation entnehmen Sie bitte dem Kapitel Wissenswertes.

In der Regel reichen eine lokale Betäubung und ein kurzer ambulanter Klinikaufenthalt völlig aus. Eine nach der Operation auftretende Entzündung der Lider ist äusserst selten und kann gut antibiotisch behandelt werden.

Die einzige Komplikation bei dieser Operation ist die Überkorrektur. In diesem Fall würde das Tränenpünktchen auf dem Auge scheuern. Dies kann in einem kleinen Eingriff behoben werden: die Naht wird entfernt und neu angelegt.


Die 3 Snip-Prozedur

In manchen Fällen von nach aussen gedrehtem Tränenpünktchen ist es ausreichend, nach Tränenpünktchen mittels einer Sonde zu erweitern und die Öffnung durch einen dreiecksförmigen Schnitt so zu vergrössern, dass die Tränen wieder ablaufen können.

Sichtbare Narben entstehen bei dieser Operation nicht. Näheres zu Voruntersuchung und Vorbereitung auf die Operation entnehmen Sie bitte dem Kapitel Wissenswertes. In der Regel reichen eine lokale Betäubung und ein kurzer ambulanter Klinikaufenthalt völlig aus.

Eine nach der Operation auftretende Entzündung der Lider ist äusserst selten und kann gut antibiotisch behandelt werden. Das erweiterte Tränenpünktchen ist in der Regel kosmetisch unauffällig.


Die Silikonschlauch-Intubation

Die Silikonschlauch-Intubation wird eingesetzt, wenn die abführenden Tränenwege nur verengt, aber nicht völlig verschlossen sind.

Das Prinzip besteht darin, die Tränenwege zu „schienen“ und aufzudehnen. Dazu wird in Vollnarkose ein sehr dünner Silikonschlauch in die Tränenwege eingeführt.

Der Schlauch endet in der Nase, wird dort befestigt und verbleibt 12 Wochen an Ort und Stelle. In dieser Zeit ist eine feine transparente Schlinge im inneren Lidwinkel das einzig sichtbare Zeichen dieser Intubation. Danach wird der Schlauch in lokaler Betäubung entfernt. Näheres zu Voruntersuchung, Vorbereitung auf die Operation und die Zeit nach der Operation erfahren Sie im Kapitel Wissenswertes.


Die Dakryozystoplastik (DCP)

Die DCP ist eine Alternative zur Silikonschlauch-Intubation und wird entweder alleine oder in Kombination dazu eingesetzt.

Bei der DCP wird ein sehr feiner Ballon in erschlafftem Zustand in die Tränenwege eingeführt und anschliessend für 45 Sekunden aufgeblasen. Dadurch werden die Tränenwege gedehnt. Das Prinzip entspricht der Ballon-Dilatation bei Erkrankungen der Herzkranzgefässe. Die Operation erfolgt in Narkose und entweder ambulant oder kurzstationär (1 Übernachtung). Anschliessend wird ein Silikonschlauch intubiert und für 12 Wochen belassen.


Die Dakryozystorhinostomie (DCR)

Die DCR ist die Methode der Wahl, wenn die Silikonschlauch-Intubation oder die DCP nicht zum Erfolg führen. Sie wird in der Regel bei einem kompletten Verschluss der Tränenwege eingesetzt. Die Operation erfolgt in Vollnarkose.

In der Regel versuchen wir während der Operation zunächst, die Tränenwege mittels Silikonschlauch-Intubation oder DCP aufzudehnen. Gelingt dies nicht, so wird die DCR angewandt. Dieses Vorgehen wird vor der Operation natürlich mit Ihnen abgesprochen.

Bei der DCR wird ein ca. 2,5 cm langer Schnitt am seitlichen Nasenrücken durchgeführt. Anschliessend wird eine Öffnung im Nasenbein geschaffen, durch welche die Tränen in den Tränensack abfliessen können. Zuletzt wird ein Silikonschlauch angelegt, der nach 12 Wochen ambulant und unter lokaler Betäubung entfernt wird. Näheres zu Voruntersuchung, Vorbereitung auf die Operation und die Zeit nach der Operation erfahren Sie im Kapitel Wissenswertes.

Bei der sogenannten DCR ab externo entsteht eine feine, sichtbare Narbe seitlich an der Nase, welche kosmetisch nicht störend wirkt (siehe Bild).

Kosmetisch unauffällige Narbe am Nasenrücken

 

Die DCR kann prinzipiell auch ab interno, also dem Naseninnern oder mittels endoskopischer Techniken durchgeführt werden. Hierbei entsteht zwar keine Narbe, jedoch sind die Erfolgsaussichten bedeutend geringer, weshalb wir zur Zeit noch von diesen Methoden absehen.