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UV-Crosslinking bei Keratokonus

Vorwort

Liebe Patientin, lieber Patient!
Bei Ihnen wurde ein Keratokonus der Hornhaut festgestellt. Bei dieser Erkrankung, die in der Schweiz einen Menschen auf 2’000 betrifft, kommt es zu einer meist fortschreitenden Auswölbung der Hornhaut, welche die Sicht beeinträchtigt und in letzter Konsequenz in vielen Fällen zur Hornhaut-Verpflanzung mit den damit verbundenen Risiken führt.
In dieser Broschüre finden Sie Informationen über den Keratokonus und das UV-Riboflavin- Crosslinking der Hornhaut (Quervernetzung durch UV-Licht und Vitamin B2), einer neuentwickelten Behandlungsmethode des Keratokonus. Die Quervernetzung der Hornhaut scheint ein Mittel zu sein, um die fortschreitende Auswölbung der Hornhaut bei Keratokonus aufzuhalten.Die Resultate einer ersten Studie über 5 Jahre Nachbeobachtungszeit, welche von Mitgliedern unseres Teams 2004 im
renommierten American Journal of Ophthalmology veröffentlicht wurden, sind sehr ermutigend und wir sind davon überzeugt, dass diese innovative Methode sehr bald eine Standardbehandlung bei Keratokonus darstellen wird.
Zur Zeit findet unter unserer Leitung eine internationale Studie zu dieser Behandlungsmethode statt, an der mehr als ein Dutzend Kliniken aus 8 verschiedenen Ländern teilnehmen. Erst nach Abschluss dieser Studie kann diese neue Behandlungsmethode standardmässig bei an Keratokonus Erkrankten angewandt werden.
Die Entwicklung dieser Methode fügt sich damit nahtlos in die Maxime der IROC ein, um eine einzigartige Qualität zu erreichen:

  • Wir haben eine langjährige Erfahrung im Bereich der Augenchirurgie und unsere Operateure haben insgesamt über 10.000 Eingriffe durchgeführt.
  • Eine unserer Stärken ist die Zusammenarbeit. Die an Ihrem Auge erhobenen Befunde werden von unserem Team besprochen und Ihnen mitgeteilt, um eine optimale Vorgehensweise zu garantieren.
    Dabei führen wir eine Nutzen-/Risikoanalyse durch und tragen auch Ihrer Lebenssituation Rechnung.
  • Bedingt durch die langjährige Erfahrung sind wir zurückhaltend geworden und führen Operationen nur bei genügend Aussicht auf Erfolg durch.

 

Wir würden uns freuen, Sie in der IROC begrüssen zu können.

Ihr IROC Team


Der Keratokonus

Häufigkeit und Ursachen

Der Keratokonus tritt in der Bevölkerung bei einem Menschen von 2’000 auf. Die Ursachen des Keratokonus sind heutzutage noch
weitgehend unbekannt. Er kommt familiär gehäuft vor, was unter anderem auch für eine vererbte Ursache sprechen kann. Der einzige gesicherte Umstand, der ein hohes Risiko für die Enstehung eines Keratokonus darstellt, ist heftiges und häufiges Augenreiben über Jahre hinweg (zum Beispiel bei Allergien).


Symptome

Beim Keratokonus kommt es zu einer vermehrten Auswölbung und Vorwölbung der Hornhaut. Da die Hornhaut ein wichtiger Bestandteil der Optik des Auges ist, entsteht dadurch eine Reihe verschiedener Symptome: diese umfassen Schwankungen in der Sehschärfe, eine Abnahme der Sehschärfe trotz Korrektur mit Brillenglas oder Kontaktlinse, das Wahrnehmen von Lichtringen um Leuchtquellen (“Halos”) sowie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und Blendung.


Zeitlicher Verlauf

Wir unterscheiden zwischen einer “stillen” Form des Keratokonus, der sogenannten “Forme Fruste” und dem voranschreitenden
Keratokonus, der “progressiven” Form.

Forme Fruste: Die “Forme Fruste” ist 10mal so häufig wie die fortschreitende Form. Sie
erzeugt in der Regel keinerlei Symptome und ist für den Patienten von einer normalen Hornhautverkrümmung, die über ein Brillenglas korrigiert wird, nicht zu unterscheiden. Entdeckt wird sie häufig zufällig anlässlich einer augenärztlichen Kontrolle. Sie muss nur ärztlich beobachtet, bei stabilem Zustand aber nicht behandelt werden.

Progressive Form: Diese ist agressiv und kann sich bereits im Teenageralter bemerkbar machen. Mit Fortschreiten der Erkrankung
wird die Korrektur der Sehschärfe mittels Brillengläsern immer schwerer, da die Vorwölbung der Hornhaut unregelmässig ist.
Ein solch unregelmässiger “Astigmatismus” (Hornhautverkrümmung) kann besser durch Kontaktlinsen korrigiert werden, da diese
einen Druck auf die Hornhaut ausüben und die gröbsten Unebenheiten ausgleichen können.

So ist in einer bestimmten Phase der Erkrankung eine gute Sehversorgung möglich, bei der Betroffene bis zu 100% Sehkraft erreichen können.

Nimmt die Vorwölbung der Hornhaut jedoch weiter zu, so kommt der Zeitpunkt, an dem auch harte Kontaktlinsen nicht mehr getragen werden können, da sie immer wieder herausfallen.

Mit der zunehmenden Auswölbung wird die Hornhaut unterhalb der Zentrums immer dünner. Sie kann durchbrechen und vernarben. Dies setzt die Sehschärfe auf Dauer herunter.

Die bislang einzige Möglichkeit der Therapie bestand darin, die erkrankte Hornhaut zu entfernen und durch eine Spender-Hornhaut zu ersetzen (Hornhaut-Transplantation). Eine solche Operation ist jedoch eine Organverpflanzung mit den damit verbundenen Risiken und Komplikationen und ein angemessenes Sehvermögen wird häufig erst circa 2 Jahre nach der Operation erreicht.

Zudem trifft die Hornhautverpflanzung beim Keratokonus zumeist junge Menschen, die mit der transplantierten Hornhaut noch viele Jahrzehnte leben werden, was heisst, dass das Transplantat über Jahrzehnte hinweg einwandfrei funktionieren muss.


Links: verzerrtes "Placido"-Bild eines Keratokonus
Rechts: Hornhaut-Topographie eines Keratokonus


UV-Riboflavin-Crosslinking der Hornhaut

Diagnosestellung

Uns stehen eine Reihe moderner Untersuchungsmethoden zur Verfügung, mittels derer wir einen Keratokonus feststellen können:

Hornhaut-Topographie: diese nimmt eine “Höhenkarte” der Hornhaut auf, welche einen Keratokonus im unteren Anteil der Hornhaut erkennen lässt.

Hornhaut-Pachymetrie: eine Ultraschall- Unterschung der Hornhautdicke ergibt beim Keratokonus eine Verdünnung im unteren Hornhautbereich.


Was ist Crosslinking?

Crosslinking (Quervernetzung) ist eine Methode zur mechanischen Stabilisierung von Geweben.


Ist Crosslinking neu in der Medizin?

Nein. Das Crosslinking von Geweben wird in anderen Fächern der Medizin (Orthopädie, Ohren-Nasen-Hals, Herzchirurgie) bereits seit vielen Jahren eingesetzt. Das Anwenden von Crosslinking am Auge ist jedoch neu.


Wie funktioniert Crosslinking?

Crosslinking bewirkt eine erhöhte Zahl von Quervernetzungen zwischen den Fasern eines Gewebes. Dies ist vergleichbar mit einem Netz, das zusätzliche Verstrebungen erhält und dadurch mechanisch stabiler wird.


Crosslinking der Hornhaut

Crosslinking der Hornhaut wird durch eine Kombination von UV-Bestrahlung mit Verabreichung von Riboflavin-Augentropfen (Vitamin B2 Abkömmling) erreicht. Die Intensität der UV-Strahlung ist dabei so gewählt, dass die unter der Hornhaut gelegenen Augenstrukturen nicht betroffen werden.


Die Operation

Die Operation kann ambulant durchgeführt werden, dauert mit der Vorbereitung circa 2 Stunden und erfolgt unter örtlicher Betäubung. In einem ersten Schritt entfernen wir die Versiegelungsschicht der Hornhaut, das Epithel. Dies ist notwendig, damit die Riboflavin-Augentropfen (Vitamin B2) in die Hornhaut gelangen können. Anschliessend wird die Hornhaut während 30 Minuten mit UVLicht behandelt. Am Ende der Operation legen wir Ihrer Hornhaut eine Verbands-Kontaktlinse an. Diese verbleibt einige Tage auf dem Auge und wird dann von uns entfernt.


Crosslinking


Ziel der Operation

Ziel der Operation ist es, die Vorwölbung der Hornhaut zu stabilisieren. Die Erkrankung kann also nicht rückgängig gemacht, sondern im besten Fall “eingefroren” werden. Sollte später aus irgendwelchen Gründen eine Hornhaut- Verpflanzung notwendig werden, so kann diese jederzeit durchgeführt werden.


Nach der Operation

Postoperative Schmerzen: Durch die Operation ist ein Teil der Hornhautoberfläche offen, vergleichbar mit einer Schweisserblende
oder Schneeblindheit. Dies verursacht zum Teil starke Schmerzen, was nach dieser Art von Operation normal ist. Lassen Sie sich durch die Schmerzen also nicht beunruhigen. Sie klingen langsam ab und sind in der Regel nach circa 48 Stunden praktisch verschwunden. Wir werden Ihnen ausreichend Schmerztabletten mitgeben.

Der Arztbesuch: An den ersten 3 Tagen nach der Operation führen wir täglich Kontrollen durch.

Tag 4 bis Woche 6: während dieser Zeit werden Sie morgens und abends entzündungshemmende, antibiotische Augentropfen anwenden.


Dies sollten Sie wissen

Rotes Auge: Ihr Auge wird ca 2 Wochen deutlich gerötet bleiben. Dies ist normal und sollte Sie nicht beunruhigen.

Kratzen, Brennen und Beissen: kann während 6-8 Wochen andauern. Zur Linderung der Beschwerden verschreiben wir Ihnen künstliche Tränen, welche Sie beliebig oft anwenden können.

Verschwommene Sicht: in den ersten 6 bis 8 Wochen nach der Operation kann die Sicht verschwommener sein als zuvor. Nach dieser Zeit werden Sie die gleiche oder eine bessere Sehschärfe haben wie vor der Operation

Blendung durch helles Licht: Kann in den ersten Wochen nach der Operation ausgeprägt sein.

 


Cross - Linking

Kontakte mit anderen Keratokonus und weitere Informationen betroffenen

 

Informationen, Foren, Chats

www.keratokonus.ch

 

Internationaler Kongress zum Thema corneal cross linking

www.ccl-congress.ch

 

Global Keratoconus Congress

www.healthcareconferencegroup.com/conferences.asp?conf=78&page=3

 

Allgemeine Informationen zum Keratokonus

http://de.wikipedia.org/wiki/Keratokonus